Was ist eigentlich ein Texter/eine Texterin?

Der Beruf Texters/Texterin deckt ein weites Feld ab – theoretisch alle Arten von zu erstellenden Texten. Man spricht beispielsweise von “Songtextern” bzw. “Liedtextern” oder auch “Comic-Textern”, doch klassischerweise bezieht sich der Begriff “Texter” in erster Linie auf die Werbebranche. International ist in dem Fall auch von einem “Copywriter” die Rede.

Die klassischen Werbetexter

Texte für Werbespots im Fernsehen und Anzeigenkampagnen in Zeitschriften und auf Plakaten stammen von Textern. Diese arbeiten meist für oder mit Werbeagenturen zusammen – manchmal als Angestellte, häufig aber auf der Basis von freier Mitarbeit, also als “Freie Texter”.

Der Begriff Texter/Texterin ist keine geschützte Berufsbezeichnung, so dass es hier grundsätzlich Möglichkeiten auch für Quereinsteiger gibt. Geht es um die klassischen Werbetexter, folgt der Einstieg bei einer Werbeagentur häufig über ein Volontariat. Inzwischen bieten jedoch auch entsprechende Studiengänge oder eine Ausbildung zum/zur „Kaufmann/-frau für Marketing­kommunikati­on” einen geeigneten Anfang.

Internet-Content und SEO

Mit der Verbreitung des Internets hat sich unter den Textern eine neue Gruppe herausgebildet, die den steigenden Bedarf an Online-Texten (Content) für Firmenwebseiten, Blogs und Soziale Netzwerke bedient. Hierbei handelt es sich zwar häufig, doch längst nicht mehr ausschließlich um Werbetexte.

Diese Texter haben nicht zuletzt durch die Entwicklung der Internet-Suchmaschinen ein neues Betätigungsfeld bekommen. Wer im Internet auf möglichst viele Leser angewiesen ist, benötigt nicht nur speziell auf die Leserschaft, sondern auch auf Suchmaschinen zugeschnittene Texte. Um dieser Doppelanforderung gerecht zu werden, wird für die fachgerechte Textaufbereitung häufig ein Texter gesucht. Aufgabe des Texters/der Texterin ist nicht nur das Schreiben eines gut lesbaren und ansprechenden Textes, sondern darüber hinaus das Anreichern dieses Textes mit passenden Keywords, also Schlüsselwörtern, auf die die Online-Suchmaschinen ansprechen, was für ein gutes Ranking (eine gute Positionierung) bei den Suchmaschinen sorgen soll. Dieser Bereich nennt sich Suchmaschinenoptimierung bzw. Search Engine Optimization, abgekürzt auch SEO.

Diese Texter sind meist freiberuflich tätig und finden ihre Auftraggeber häufig dort, wo sie selbst auch schreiben, nämlich im Internet. Hier gibt es inzwischen für diese Bereiche spezialisierte Jobbörsen und Foren sowie Plattformen, die sich auf die Erstellung von Internet-Content für Kunden unter Mitarbeit von freien Textern (die selbst häufig anonym bleiben) spezialisiert haben. Hier verwischen zum Teil die Grenzen zwischen Texter und den so genannten “Ghostwritern”, d.h. den Autoren, die im fremden Auftrag und Namen Texte erstellen.

Da der Markt für SEO-Texte und sonstigen Web-Content sehr breit gefächert ist, finden sich natürlich auch entsprechend unterschiedliche Konzepte für die Organisation und den Ablauf der Content-Erstellung. Selbstverständlich gibt es auch Texter, die ohne Umweg über Agenturen und sonstige Vermittlungsplattformen direkt für die jeweiligen Kunden arbeiten. Auch der berufliche Hintergrund der Texter variiert: Während manche gewissermaßen “vom Fach” sind, kommen andere wiederum als Quereinsteiger in die Branche und arbeiten häufig nur nebenberuflich als Texter. Je nach Konzept und Auftraggeber ist die Bezahlung der Texter sehr unterschiedlich, doch auch hier kann man sich als Texter bei einer guten Selbstvermarktung und guten Leistungen nach oben arbeiten, sich einen guten Kundenstamm aufbauen usw.

Mit einem Dasein als Freiberufler sind natürlich auch sämtliche Vor- und Nachteile verbunden, die das Arbeiten auf freiberuflicher Ebene mit sich bringt: Als freiberuflicher Texter/Texterin hat man keine Chefs im klassischen Sinne, dafür aber Auftraggeber, die zufrieden gestellt werden müssen. Man ist für sein Einkommen selbst verantwortlich – und auch für die Auftragsakquise und die Eigenwerbung.

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Ghostwriting – was ist das eigentlich?

Bei einem Ghostwriter handelt es sich um einen Autoren bzw. eine Autorin, der/die gegen Honorar für einen Auftraggeber einen Text verfasst (“ghostet”). Hierbei kann es sich um Romane und Sachbücher, aber auch um andere Text- und Publikationsformen handeln. Auch die Autoren von Reden, die dann von anderen Personen (beispielsweise Politikern) gehalten werden, fallen im weiteren Sinne unter diese Definition – wie auch die Verfasser von akademischen Arbeiten (Magisterarbeiten, Doktorarbeiten etc.). Die letztgenannte und kontrovers diskutierte Praxis bewegt sich allerdings in vielerlei Hinsicht in einer Art “Grauzone” und bleibt in den folgenden Ausführungen weitgehend unberücksichtigt.

Rechtliche Situation des Ghostwriters

Die rechtliche Situation eines Ghostwriters definiert sich in erster Linie durch den Vertrag, den dieser mit dem Auftraggeber abschließt. In der Regel erhält der Auftraggeber nach Fertigstellung der Arbeit und Zahlung des vereinbarten Honorars die Rechte an dem erstellten Text. Dies berechtigt den Auftraggeber im typischen Fall beispielsweise auch dazu, das fertige Textmanuskript unter eigenem Namen einem Verlag anzubieten und im Fall einer Publikation das entsprechende Autorenhonorar bzw. Tantiemen etc. einzustreichen. Der Auftraggeber darf sich dann nach außen hin als Autor des Manuskriptes (also des Romans, Sachbuchs etc.) präsentieren. In derartigen Fällen wird oft eine entsprechende Verschwiegenheitsklausel in den Ghostwritervertrag aufgenommen, die den Ghostwriter dazu verpflichtet, über seine Autorenschaft Stillschweigen zu bewahren.

In manchen Fällen (je nach Vertragsgestaltung), wird der Ghostwriter auch als Mitautor genannt oder erhält eine Erwähnung seiner Mitwirkung in den oft am Ende von Büchern aufgeführten Danksagungen bzw. im Nachwort.

Es gibt auch Vertragsvarianten, in denen der Ghostwriter kein festes Honorar erhält, sondern an den späteren Einnahmen prozentual beteiligt wird.

Wer sind die Auftraggeber?

So mancher Mensch hat eine Idee zu einem Roman – aber nicht das handwerklich/künstlerische Vermögen oder die Zeit, diese auch in kommerzieller Qualität auszuformulieren. Ähnliches gilt für Experten, die ein Sachbuch veröffentlichen möchten, oder auch Menschen mit interessanter Lebensgeschichte (oder auch Personen des öffentlichen Lebens), die ihre Autobiografie veröffentlicht haben möchten. Sie alle sind potenzielle Kunden für einen Ghostwriter.

Eine andere Variante ist diejenige, bei der Buchserien eines/einer bereits verstorbenen Autors/Autorin in dessen bzw. deren Stil und unter dem bekannten Namen fortgeführt werden, aber dann von Ghostwritern verfasst werden. Ein Beispiel sind die auch noch in neuerer Zeit erschienenen Jugendbücher von Enid Blyton.

Geld verdienen im Internet – durch das Erstellen von Internet-Content

Das Internet mit seinen unzähligen Websites (gibt es darüber eigentlich verlässliche Zahlen?) benötigt ständig neuen Content – oder sagen wir besser, die Betreiber der Websites benötigen ihn. Ein Großteil dieses Contents ist Text, und der muss natürlich produziert werden.

Wer in der Lage ist, sich schriftlich gut auszudrücken, hat tatsächlich die Möglichkeit, im Internet Geld mit dem Erstellen von Texten zu verdienen. Diverse Internetportale haben sich darauf spezialisiert, Kunden mit Textbedarf an wortgewandte Schreiber zu vermitteln. Hierbei handelt es sich nicht zwangsläufig (nur) um professionelle oder semiprofessionelle Autoren, sondern durchaus auch um Hobby-Schreiber, Studenten usw.

Die Kunden tragen ihre Schreibaufträge in eine Datenbank ein, zu denen die Autoren, die dem Internetportal angehören, Zugriff haben. Sie können sich die für sie passenden und mit einem Wortpreis oder Pauschalpreis versehenen Aufträge heraussuchen, bearbeiten und dann über die Datenbank wieder übermitteln. Dafür wird ihrem Autorenkonto bei erfolgreicher Abnahme des Textes der entsprechende Betrag gutgeschrieben.

Bei den zu schreibenden Texten kann es sich verschiedene Arten handeln: Die Bandbreite reicht von Produktbeschreibungen für Online-Shops bis hin zu Blogbeiträgen oder Gedichten für eine Familienfeier.

Als Autor/Autorin bewerben kann man sich theoretisch ohne spezielle Berufserfahrung oder Referenzen – man legt lediglich keinen kurzen Eignungstest ab, der meist darin besteht, einen kurzen Text zu einem vorgegebenen Thema zu schreiben. Wird man als Autor/Autorin akzeptiert, erhält man Zugriff auf die Datenbank und kann auch gleich loslegen.

Reich wird man auf diese Weise nicht unbedingt, und auch der Lebensunterhalt lässt sich in der Regel nicht komplett durch solche Arbeiten bestreiten – es sei denn, man schreibt nicht nur gut sondern auch sehr, sehr schnell und viel. Je nach Qualitätsstufe und Anbieter verdienen Anfänger durchschnittlich zwischen 1 und 2 Cent pro geschriebenem Wort. Mit zunehmender Qualitätseinstufung kann der Verdienst jedoch auch steigen.

Hier eine Auswahl solcher beschriebenen Internetportale:

– content.de
– textbroker.de
– clickworker.de