Jugendsprache (oder: Ich bin dann mal alt!)

Als Autorin probiere mich schreiberisch ja ganz gern mal in anderen Genres aus. Ich hätte auch sogar ein paar Ideen in Richtung „Young Adult“-Roman. Aber … da gibt’s ein Problem: Also Frau jenseits der 40 ohne Kinder habe ich eine bestenfalls VAGE Ahnung, wie die Jugendlichen eigentlich reden. Ich meine, das ändert sich ja auch immer wieder, oder? (Sagt man das heute überhaupt noch: Jugendliche?? Wahrscheinlich nicht …)

 

Ich erinnere mich noch ganz genau an den Moment, in dem ich begriff, dass ich wohl nicht mehr zur Jugend gehöre. Genauer gesagt war das vor vielen ein paar Jahren auf einer Fete – oder sollte ich “Party” sagen oder vielleicht “Festivität”… bin jetzt ja älter, richtig?

 

Jedenfalls spielten sie da dieses Lied, und wenn ich das richtig verstanden habe, ging’s darin hauptsächlich um “Atzen”.

 

Ähm … Atzen?

 

Atzen… also…

 

Ätzend” kenne ich. Aus dem Chemieunterricht. Und auch weil das früher bei uns als Missfallenskundgebung in Gebrauch war – bei uns Jugendlichen. Lange her.

 

“Atzung”… ist, glaube ich, ein uralter Begriff für eine Mahlzeit, vor allem bei Tieren.

 

Und dann gibt’s da ja auch noch den Comedian “Atze [!] Schröder”.

 

Ob der was damit … nein, wohl eher nicht. Obwohl – wer weiß?

 

Nach oberflächlicher Interpretation des Liedtextes kam ich zu dem Schluss, dass es sich bei den Atzen wohl um einen alternativen Ausdruck für Freunde oder Kumpel handeln mochte.

 

Toll!! Ich war verdammt stolz auf mich!! Und ein bisschen sentimental wurde ich auch und dachte an die Zeiten zurück, als ich als 16-Jährige meine Eltern damit genervt habe, dass ich praktisch alles “cool” fand. Oder, noch schlimmer, “geil”. Heute keine große Sache mehr, seitdem wir es ständig in der Werbung serviert bekommen, aber damals … hach, ja, da konnte unsereins noch SCHOCKIEREN!

 

Dabei hat’s vor uns wahrscheinlich sogar schon der junge Schiller gebraucht, oder auch andere Dichter und Denker. Ist sehr gut möglich, auch wenn der Kontext vielleicht – VIELLEICHT! – ein anderer war. Aber das … ist wieder eine andere Geschichte.

 

Und jetzt muss ich los. Modernes Wörterbuch kaufen geh‘n. Oder vielleicht ‘ne Bravo …?

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Onkel Duden und Tante Rechtschreibkontrolle … nützliche Wahlverwandtschaft für Autoren

Hey, die lieben Verwandten können manchmal ganz schön nützlich sein.

 [Um es gleich vorab zu sagen/schreiben: Mir ist ganz klar, dass ich mich hier gerade gewissermaßen auf dünnes Eis begebe, denn ich bin alles andere als die Rechtschreib-Queen und muss mir möglicherweise nun nachsagen lassen, eher so etwas wie die Klugsch…-Queen zu sein. UND vermutlich wird der eine oder andere jetzt meinen Text besonders gewissenhaft auf etwaige Rechtschreibfehler untersuchen … und wahrscheinlich sogar welche finden.]

Aber erstmal zum Thema:

In Diskussionen für Autoren kommt gerade in Bezug auf Einsteiger und deren Texte immer wieder gern die Diskussion um die korrekte Rechtschreibung auf. (Da fällt mir ein … korrekte Rechtschreibung … das dürfte doch eigentlich eine Dopplung in sich darstellen … so etwas wie “weißer Schimmel” in Bezug auf Pferde. Aber ich schweife gerade ab. Also nochmal … zum Thema …)

Wenn ich also meine Leseprobe in einer Autorengruppe (oder einem sonstigen Forum) zur Diskussion stelle oder sie sogar bei einem Verlag in Bezug auf eine mögliche Veröffentlichung einreiche – ist es dann WIRKLICH so schlimm, wenn ich mir mit der Rechtschreibung keine besondere Mühe gebe? (Hier geht es wohlgemerkt nicht um spezifische Probleme post-Rechtschreibreform und schon gar nicht um Legasthenie, auch nicht um einen vereinzelten Tippfehler, der beim Korrekturlesen übersehen wurde, auch nicht um die Leute, die möglicherweise in einer für sie noch fremden Sprache schreiben … sondern einfach um eben dies: Autoren, die sich offensichtlich keine besondere Mühe geben.) Immerhin schaut da vor Veröffentlichung ja sowie ein Lektor drüber, richtig? Also ist es ja nicht so schlimm. Ich bin ja schließlich nur ein Autor. Kein Lektor. Kein wandelndes Lexikon. Hauptsache, das Manuskript/die Geschichte ist gut.

Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht.

Meiner Meinung nach geht es hier auch gar nicht darum, welche Seite (die “Fünfe-gerade-sein-lassen” oder die “Rechtschreibpuristen”) bei der Diskussion Recht hat. Es geht eher darum, die jeweiligen Chancen zu eigenen Gunsten positiv zu beeinflussen. Das heißt nicht, dass ein Rechtschreibfehler mehr oder weniger den Unterschied machen wird, ob es mir gelingt, meinen Text zu verkaufen.

Aber diejenigen Menschen, die meine Texte bewerten, sind genau das: Menschen. Und Menschen haben Launen, Menschen können genervt sein. Menschen haben gute und schlechte Tage. Und wahrscheinlich haben diese speziellen Menschen noch eine ganze Reihe anderer Texte auf ihrem Schreibtisch bzw. ihrer Inbox. Zu viele Rechtschreibfehler (vor allem, wenn sie vermeidbar sind) können ganz schön nervig sein. Und von jemandem, den mein Manuskript nervt, eine gute Beurteilung zu erwarten… na ja, das würde ich dann wirklich Optimismus nennen…

Um andere Menschen dazu zu bringen, meinen Text als solches ernst zu nehmen, sollte ich nach Möglichkeit zeigen, dass ich ihn ebenfalls ernst nehme.

Was also tun? Continue reading

“Würde sich ein Verlag für mein Thema interessieren?” Schaun mer doch mal nach …

Arbeitet man – wie ich – als Ghostwriter, wird man immer wieder mit dieser Frage (oder irgendeiner entsprechenden Abwandlung) konfrontiert: “Ich habe eine Geschichte zu erzählen bzw. möchte die Geschichte schreiben lassen. Hat so etwas bei einem Verlag Erfolg? Und wenn ja: bei welchen Verlagen?”

Obwohl die Fragestellung natürlich total legitim und nicht zuletzt wegen des Kostenfaktors auch wichtig ist – ein Ghostwriterhonorar ist ja dann doch erstmal ein Investment –  ist der Ghostwriter Deiner Wahl für solche Fragen nicht unbedingt der ideale Ansprechpartner. Mit etwas Glück hat der Ghostwriter (also meine Wenigkeit oder wer auch immer) zwar Erfahrungen in dem vom Auftraggeber gewünschten Genre – aber Marktforschung oder Agenturtätigkeit ist in der Regel nicht seine/ihre Aufgabe. Besser beraten ist man da schon mit einem/-r Literaturagenten/-in. (Mal ganz davon abgesehen, dass viele Autoren heute auf’s Selfpublishing setzen.)

Aber mit nur ein paar Minuten online kann man sich die Frage eventuell auch selbst beantworten: Continue reading

Autoren: Hören eure Dialoge sich natürlich an?

Einen tollen Dialog zu schreiben, ist manchmal gar nicht so einfach! Ich bin mir noch nicht mal sicher, ob es dafür eine richtige Methode gibt (im Sinne einer lernbaren Formel). Klar, es gibt schon ein paar Fähigkeiten in Bezug auf das Schreiben (Grammatik, Struktur …), die man mit Hilfe von Büchern und Kursen lernen kann. Aber ich glaube, wenn es um das Schreiben von Dialogen geht, dann kann Hören eine wichtige Fähigkeit sein. Continue reading

Die Wächter des Abendlandes können sie mal…

…oder so etwas in der Art.

Zuerst einmal “Glückwunsch!”, liebe Autorin.

Diese besagte Autorin, die Romane im Selfpublishing veröffentlicht (was ja nicht PER SE als Zeichen mangelnder Qualität angesehen werden MUSS), hat jüngst einen Blogartikel veröffentlicht, in welchem sie sich schlichtweg “weigert”:  Sie ist “dagegen”, das Vorhandensein eines (huch, auch noch BEZAHLTEN?) Lektorates als Merkmal für die Qualität eines Buches anzusehen. Die Notwendigkeit solch eines “TÜVs” für Bücher (den sie mit einer “Zensur” vergleicht) sieht sie betonterweise nicht.

Dieser Blogartikel erhitzt nun die Gemüter sowohl auf der Pro- (Pro-Lektorat, nicht Pro-Zensur, wohlgemerkt) als auch auf der Contra-Seite, und somit ist der Name der Autorin in aller vieler Munde. Wie sie selbst auf Social Media anführt, hat sie inzwischen eine Reihe neuer “Anfragen” erhalten.

Also: Glückwunsch!

Diversen Punkten ihrer Argumentation kann ich sogar zustimmen: Continue reading

Was ist eigentlich ein Texter/eine Texterin?

Der Beruf Texters/Texterin deckt ein weites Feld ab – theoretisch alle Arten von zu erstellenden Texten. Man spricht beispielsweise von “Songtextern” bzw. “Liedtextern” oder auch “Comic-Textern”, doch klassischerweise bezieht sich der Begriff “Texter” in erster Linie auf die Werbebranche. International ist in dem Fall auch von einem “Copywriter” die Rede.

Die klassischen Werbetexter

Texte für Werbespots im Fernsehen und Anzeigenkampagnen in Zeitschriften und auf Plakaten stammen von Textern. Diese arbeiten meist für oder mit Werbeagenturen zusammen – manchmal als Angestellte, häufig aber auf der Basis von freier Mitarbeit, also als “Freie Texter”.

Der Begriff Texter/Texterin ist keine geschützte Berufsbezeichnung, so dass es hier grundsätzlich Möglichkeiten auch für Quereinsteiger gibt. Geht es um die klassischen Werbetexter, folgt der Einstieg bei einer Werbeagentur häufig über ein Volontariat. Inzwischen bieten jedoch auch entsprechende Studiengänge oder eine Ausbildung zum/zur „Kaufmann/-frau für Marketing­kommunikati­on” einen geeigneten Anfang.

Internet-Content und SEO

Mit der Verbreitung des Internets hat sich unter den Textern eine neue Gruppe herausgebildet, die den steigenden Bedarf an Online-Texten (Content) für Firmenwebseiten, Blogs und Soziale Netzwerke bedient. Hierbei handelt es sich zwar häufig, doch längst nicht mehr ausschließlich um Werbetexte.

Diese Texter haben nicht zuletzt durch die Entwicklung der Internet-Suchmaschinen ein neues Betätigungsfeld bekommen. Wer im Internet auf möglichst viele Leser angewiesen ist, benötigt nicht nur speziell auf die Leserschaft, sondern auch auf Suchmaschinen zugeschnittene Texte. Um dieser Doppelanforderung gerecht zu werden, wird für die fachgerechte Textaufbereitung häufig ein Texter gesucht. Aufgabe des Texters/der Texterin ist nicht nur das Schreiben eines gut lesbaren und ansprechenden Textes, sondern darüber hinaus das Anreichern dieses Textes mit passenden Keywords, also Schlüsselwörtern, auf die die Online-Suchmaschinen ansprechen, was für ein gutes Ranking (eine gute Positionierung) bei den Suchmaschinen sorgen soll. Dieser Bereich nennt sich Suchmaschinenoptimierung bzw. Search Engine Optimization, abgekürzt auch SEO.

Diese Texter sind meist freiberuflich tätig und finden ihre Auftraggeber häufig dort, wo sie selbst auch schreiben, nämlich im Internet. Hier gibt es inzwischen für diese Bereiche spezialisierte Jobbörsen und Foren sowie Plattformen, die sich auf die Erstellung von Internet-Content für Kunden unter Mitarbeit von freien Textern (die selbst häufig anonym bleiben) spezialisiert haben. Hier verwischen zum Teil die Grenzen zwischen Texter und den so genannten “Ghostwritern”, d.h. den Autoren, die im fremden Auftrag und Namen Texte erstellen.

Da der Markt für SEO-Texte und sonstigen Web-Content sehr breit gefächert ist, finden sich natürlich auch entsprechend unterschiedliche Konzepte für die Organisation und den Ablauf der Content-Erstellung. Selbstverständlich gibt es auch Texter, die ohne Umweg über Agenturen und sonstige Vermittlungsplattformen direkt für die jeweiligen Kunden arbeiten. Auch der berufliche Hintergrund der Texter variiert: Während manche gewissermaßen “vom Fach” sind, kommen andere wiederum als Quereinsteiger in die Branche und arbeiten häufig nur nebenberuflich als Texter. Je nach Konzept und Auftraggeber ist die Bezahlung der Texter sehr unterschiedlich, doch auch hier kann man sich als Texter bei einer guten Selbstvermarktung und guten Leistungen nach oben arbeiten, sich einen guten Kundenstamm aufbauen usw.

Mit einem Dasein als Freiberufler sind natürlich auch sämtliche Vor- und Nachteile verbunden, die das Arbeiten auf freiberuflicher Ebene mit sich bringt: Als freiberuflicher Texter/Texterin hat man keine Chefs im klassischen Sinne, dafür aber Auftraggeber, die zufrieden gestellt werden müssen. Man ist für sein Einkommen selbst verantwortlich – und auch für die Auftragsakquise und die Eigenwerbung.

Ghostwriting – was ist das eigentlich?

Bei einem Ghostwriter handelt es sich um einen Autoren bzw. eine Autorin, der/die gegen Honorar für einen Auftraggeber einen Text verfasst (“ghostet”). Hierbei kann es sich um Romane und Sachbücher, aber auch um andere Text- und Publikationsformen handeln. Auch die Autoren von Reden, die dann von anderen Personen (beispielsweise Politikern) gehalten werden, fallen im weiteren Sinne unter diese Definition – wie auch die Verfasser von akademischen Arbeiten (Magisterarbeiten, Doktorarbeiten etc.). Die letztgenannte und kontrovers diskutierte Praxis bewegt sich allerdings in vielerlei Hinsicht in einer Art “Grauzone” und bleibt in den folgenden Ausführungen weitgehend unberücksichtigt.

Rechtliche Situation des Ghostwriters

Die rechtliche Situation eines Ghostwriters definiert sich in erster Linie durch den Vertrag, den dieser mit dem Auftraggeber abschließt. In der Regel erhält der Auftraggeber nach Fertigstellung der Arbeit und Zahlung des vereinbarten Honorars die Rechte an dem erstellten Text. Dies berechtigt den Auftraggeber im typischen Fall beispielsweise auch dazu, das fertige Textmanuskript unter eigenem Namen einem Verlag anzubieten und im Fall einer Publikation das entsprechende Autorenhonorar bzw. Tantiemen etc. einzustreichen. Der Auftraggeber darf sich dann nach außen hin als Autor des Manuskriptes (also des Romans, Sachbuchs etc.) präsentieren. In derartigen Fällen wird oft eine entsprechende Verschwiegenheitsklausel in den Ghostwritervertrag aufgenommen, die den Ghostwriter dazu verpflichtet, über seine Autorenschaft Stillschweigen zu bewahren.

In manchen Fällen (je nach Vertragsgestaltung), wird der Ghostwriter auch als Mitautor genannt oder erhält eine Erwähnung seiner Mitwirkung in den oft am Ende von Büchern aufgeführten Danksagungen bzw. im Nachwort.

Es gibt auch Vertragsvarianten, in denen der Ghostwriter kein festes Honorar erhält, sondern an den späteren Einnahmen prozentual beteiligt wird.

Wer sind die Auftraggeber?

So mancher Mensch hat eine Idee zu einem Roman – aber nicht das handwerklich/künstlerische Vermögen oder die Zeit, diese auch in kommerzieller Qualität auszuformulieren. Ähnliches gilt für Experten, die ein Sachbuch veröffentlichen möchten, oder auch Menschen mit interessanter Lebensgeschichte (oder auch Personen des öffentlichen Lebens), die ihre Autobiografie veröffentlicht haben möchten. Sie alle sind potenzielle Kunden für einen Ghostwriter.

Eine andere Variante ist diejenige, bei der Buchserien eines/einer bereits verstorbenen Autors/Autorin in dessen bzw. deren Stil und unter dem bekannten Namen fortgeführt werden, aber dann von Ghostwritern verfasst werden. Ein Beispiel sind die auch noch in neuerer Zeit erschienenen Jugendbücher von Enid Blyton.

Die Ein-Satz-pro-Tag-Strategie

So manche von uns haben Phasen, in denen wir beim Schreiben eher langsam vorankommen, und wir werden immer wieder ganz neidisch ehrfürchtig, wenn wir etwas über die scheinbar typischen Arbeitstage anderer Autorenkollegen lesen, die Stunden und Stunden schreiben können und dabei tausende Worte an Content produzieren – und das täglich!

Das Problem ist nicht, dass wir nicht gern schreiben! Au contraire! Wir lieben es!!

Die Sache ist eher die –  beim Schreiben wird man leicht abgelenkt. Da sind so viele Ideen auf einmal in unseren Köpfen, es gibt so viel zu tun und zu schreiben, und dabei ist wohl nie genug Zeit da, um all diesen Ideen nachzugehen und sich um alles zu kümmern… und dann gibt es ja auch immer wieder Unterbrechungen von außen. Uuuuuuuuuund… das Internet ist ja dann auch nochmal eine riesige potenzielle Ablenkungsquelle (Oooh!… schau mal… ein süßes Hundevideo!!)!

Und dabei sind wir ja noch gar nicht beim Schreckgespenst so vieler schriftstellernder Existenzen, dem Monster unter unserem Bett, der… der…  (*Start Musik “Psycho”-Duschszene*): SCHRRRRRRREIBBLOCKADE!!

Ähm, ja – also es gibt so manche Gründe dafür, dass man zwischendurch einfach mal “stecken” bleibt. Und wenn dann nicht auch noch ein nahender Abgabeschluss (die gefürchtete “Deadline”) dräut, kann man noch von Glück sagen.

Eine der Methoden, mit der ich mich selbst austrickse: Ich versuche, einen Satz zu schreiben. Einen. Ernsthaft. Es muss noch nicht einmal ein besonders guter Satz sein. Ich meine, das ist doch zu schaffen, oder?

Und wenn ich dann Glück habe, löst das in meinem Kopf dann so eine kreativen Domino-Effekt aus, und ein Satz löst gewissermaßen die Entstehung des jeweils nächsten Satzes aus, und aus mehreren Sätzen entsteht dann tatsächlich ein ganzer Text.

Zugegeben, es funktioniert nicht IMMER so reibungslos. Manchmal bleibt es nur bei dem einen Satz – jedenfalls für den Moment. Aber immerhin: Ein Satz ist besser als gar keiner. Und am nächsten Tag kommt dann doch noch ein weiterer Satz hinzu, und dann noch einer und schließlich (*Trommelwirbel*) tatsächlich… ein ganzer Text.

(Und jetzt… wieder zurück zu den Hundevideos…)

Tausche Wort gegen einen halben Cent?… oder auch nicht!!

‘Tschuldigung, ich muss mal kurz vor mich hin meckern…

*räusper*

Während meiner Anfangszeit als Texterin habe ich immer mal wieder für so genannte “Content-Farmen” und für die damit verbundenen Niedrighonorare gearbeitet.

Speziell für Einsteiger(-innen) sind solche Aufträge meiner Meinung nach eine gute Schule, denn man lernt, unter Berücksichtigung vorgegebener Deadlines, Themen und ggf. SEO-Vorgaben sprachlich und grammatikalisch sinnvolle Texte zu verfassen. Mit Zunahme von Erfahrung und Qualität kann dann auch durchaus das Honorar pro Wort steigen – für einen Einsteige- oder Nebenverdienst ganz nett.

ABER: Wenn es inzwischen so weit ist, dass nun per Anzeige “zur Verstärkung unseres Texterteams Texter/innen in Heimarbeit” gesucht werden (wie gerade aktuell geschehen) und die Vergütungsspanne mit “hier bei 0,5 Cent (halber Cent) bis 1,0 Cent (ein Cent) pro Wort” angegeben wird… dann fühlt sich unsereins doch ein wenig ver…schaukelt.

Die bewusste Anzeige war darüberhinaus dann auch noch fehlerhaft in Sachen Rechtschreibung und Zeichensetzung, aber das nur ganz nebenbei.

Ist es denn wirklich so weit, dass man eine auch nur annehmbare Qualität für einen halben Cent pro Wort erwartet?

Geld verdienen im Internet – durch das Erstellen von Internet-Content

Das Internet mit seinen unzähligen Websites (gibt es darüber eigentlich verlässliche Zahlen?) benötigt ständig neuen Content – oder sagen wir besser, die Betreiber der Websites benötigen ihn. Ein Großteil dieses Contents ist Text, und der muss natürlich produziert werden.

Wer in der Lage ist, sich schriftlich gut auszudrücken, hat tatsächlich die Möglichkeit, im Internet Geld mit dem Erstellen von Texten zu verdienen. Diverse Internetportale haben sich darauf spezialisiert, Kunden mit Textbedarf an wortgewandte Schreiber zu vermitteln. Hierbei handelt es sich nicht zwangsläufig (nur) um professionelle oder semiprofessionelle Autoren, sondern durchaus auch um Hobby-Schreiber, Studenten usw.

Die Kunden tragen ihre Schreibaufträge in eine Datenbank ein, zu denen die Autoren, die dem Internetportal angehören, Zugriff haben. Sie können sich die für sie passenden und mit einem Wortpreis oder Pauschalpreis versehenen Aufträge heraussuchen, bearbeiten und dann über die Datenbank wieder übermitteln. Dafür wird ihrem Autorenkonto bei erfolgreicher Abnahme des Textes der entsprechende Betrag gutgeschrieben.

Bei den zu schreibenden Texten kann es sich verschiedene Arten handeln: Die Bandbreite reicht von Produktbeschreibungen für Online-Shops bis hin zu Blogbeiträgen oder Gedichten für eine Familienfeier.

Als Autor/Autorin bewerben kann man sich theoretisch ohne spezielle Berufserfahrung oder Referenzen – man legt lediglich keinen kurzen Eignungstest ab, der meist darin besteht, einen kurzen Text zu einem vorgegebenen Thema zu schreiben. Wird man als Autor/Autorin akzeptiert, erhält man Zugriff auf die Datenbank und kann auch gleich loslegen.

Reich wird man auf diese Weise nicht unbedingt, und auch der Lebensunterhalt lässt sich in der Regel nicht komplett durch solche Arbeiten bestreiten – es sei denn, man schreibt nicht nur gut sondern auch sehr, sehr schnell und viel. Je nach Qualitätsstufe und Anbieter verdienen Anfänger durchschnittlich zwischen 1 und 2 Cent pro geschriebenem Wort. Mit zunehmender Qualitätseinstufung kann der Verdienst jedoch auch steigen.

Hier eine Auswahl solcher beschriebenen Internetportale:

– content.de
– textbroker.de
– clickworker.de

Sie ist weg!

Weg ist sie! Einfach so! Schon wieder! Hat sich aus dem Staub gemacht, ohne es vorher auch nur anzukündigen. Weiß nicht warum. Weiß nicht wohin. Weiß nicht, ob und wann sie wiederkommt. Nicht zu fassen! Was soll das?

Gestern hat sie mich noch geküsst. Und dann ging alles so einfach! Und heute? Heute bekomme ich gar nichts mehr auf die Reihe.

Meine erste Reaktion: Panik!

Was mache ich jetzt? So ganz allein mit mir? Wie soll ich das Ganze ohne sie hinkriegen? Wie geht’s weiter?

Ich denke nach. Ich grüble…

Habe ich irgendetwas falsch gemacht? Ist es so was wie Schicksal? Gehört so etwas zum Reifeprozess dazu? Müssen wir alle das irgendwann mal durchmachen?

Ich höre auf nachzudenken. Mein Kopf ist wie leergefegt. Bin ratlos.

Ich laufe unruhig durch die Gegend.

Müsste mich eigentlich mit irgendwas ablenken. Fragt sich nur, womit…

Ich muss mich entspannen, an etwas ganz Anderes denken – jetzt!
SOFORT!

Funktioniert nicht, gehe wieder nach Hause. Arbeitszimmer. Ein leerer Computerbildschirm, der mich blöde angrinst.

Das Telefon! Ja!
Wen jetzt anrufen?

Meine Mutter?
Normalerweise keine schlechte Idee, aber diesmal: Wohl kaum.
Die Leute von Amnesty?
Nein – DAFÜR sind die bestimmt nicht zuständig…
Eine Selbsthilfegruppe?

Gibt es eine Selbsthilfegruppe für ratlose Literaten?
“RATlose LiteRATen”…?
Da bliebe ja nur noch “Lite…en” übrig!

Oh, Mann, DAMIT komme ich bestimmt nicht weiter!!

Da! Die rettende Telefonnummer! Der Mann, der die Antworten kennen muss!

“Hallo?”

“Hallo, ich bin’s. Du… ich hab ein Problem. Sie… sie ist schon wieder weg! Hat mich verlassen!”

“Wer? Wer hat dich verlassen?”

“Du weißt schon…”

“Oh, nein, nicht schon wieder!”

“Aber diesmal ist es wirklich ernst!”

“Hör mal zu…”

“Wirklich! Ich spüre das! Es ist passiert! Vorbei!
DIE MUSE HAT MICH VERLASSEN!”

Er lacht. Eindeutig. Er versucht es zu unterdrücken, aber ich kann es hören.

“Also, weißt du -” presst er heraus. Wiederholt: “Die Muse hat dich also verlassen! Ich weiß ja, du bist Romanautorin und eine sensible Persönlichkeit…

…aber ich habe noch nie jemanden erlebt, der jedesmal, wenn er mal wieder eine kleine Schreibblockade hat, ein solches Drama daraus macht!”

* * *

Nimmst du etwa GELD (!!!) für deine Arbeit?!

Wer sich im Bereich von Ghostwriting oder “Schreiben” betätigt, wird derartige Anfragen möglicherweise kennen: “Hallo, ich habe eine Geschichte geschrieben. Können Sie daraus einen perfekten Roman machen? Und geht das auch kostenlos?”

Je nach Tagesform, Laune oder Persönlichkeit kann eine spontane erste Reaktion hierauf durchaus unterschiedlich ausfallen:

  • schallendes Gelächter
  • ungläubiges Kopfschütteln
  • %&§&/§”!!!!!!
  • … und… in extrem ausgeglichener und positiver Stimmung… kurzes Nachdenken darüber, dass es sich um jemanden mit einem Traum und extrem wenig Geld handeln mag und man die Absage zumindest freundlich formulieren und zumindest ein oder zwei kleine Ratschläge übermitteln sollte…

So viel zur ersten Reaktion – zu Hause, im Büro, inoffiziell.

Was aber kann man auf solche eine Anfrage tatsächlich antworten?

Tja… man KÖNNTE antworten: “Klar, geht in Ordnung.” Das trifft zumindest auf die Autoren zu, die sich in folgender (oder zumindest einer ähnlichen) Situation befinden:

  • Sie haben die erste Million bereits sicher auf der Bank.
  • Ihre gesamten Lebenshaltungskosten (einschließlich Miete, Versicherungen, Benzinkosten, Kleidung, Kino, Praxiszuzahlungen und Lebensmittel bis hin zum Coffee-to-go) werden von jemand anderem getragen.
  • Sie arbeiten vollzeit in einer anderen Branche, betreiben das Schreiben nur als Hobby und haben keine eigenen Ideen bzw. langweilen sich.

Wenn dies alles jedoch nicht der Fall ist… tja… dann…