Jugendsprache (oder: Ich bin dann mal alt!)

Als Autorin probiere mich schreiberisch ja ganz gern mal in anderen Genres aus. Ich hätte auch sogar ein paar Ideen in Richtung „Young Adult“-Roman. Aber … da gibt’s ein Problem: Also Frau jenseits der 40 ohne Kinder habe ich eine bestenfalls VAGE Ahnung, wie die Jugendlichen eigentlich reden. Ich meine, das ändert sich ja auch immer wieder, oder? (Sagt man das heute überhaupt noch: Jugendliche?? Wahrscheinlich nicht …)

 

Ich erinnere mich noch ganz genau an den Moment, in dem ich begriff, dass ich wohl nicht mehr zur Jugend gehöre. Genauer gesagt war das vor vielen ein paar Jahren auf einer Fete – oder sollte ich “Party” sagen oder vielleicht “Festivität”… bin jetzt ja älter, richtig?

 

Jedenfalls spielten sie da dieses Lied, und wenn ich das richtig verstanden habe, ging’s darin hauptsächlich um “Atzen”.

 

Ähm … Atzen?

 

Atzen… also…

 

Ätzend” kenne ich. Aus dem Chemieunterricht. Und auch weil das früher bei uns als Missfallenskundgebung in Gebrauch war – bei uns Jugendlichen. Lange her.

 

“Atzung”… ist, glaube ich, ein uralter Begriff für eine Mahlzeit, vor allem bei Tieren.

 

Und dann gibt’s da ja auch noch den Comedian “Atze [!] Schröder”.

 

Ob der was damit … nein, wohl eher nicht. Obwohl – wer weiß?

 

Nach oberflächlicher Interpretation des Liedtextes kam ich zu dem Schluss, dass es sich bei den Atzen wohl um einen alternativen Ausdruck für Freunde oder Kumpel handeln mochte.

 

Toll!! Ich war verdammt stolz auf mich!! Und ein bisschen sentimental wurde ich auch und dachte an die Zeiten zurück, als ich als 16-Jährige meine Eltern damit genervt habe, dass ich praktisch alles “cool” fand. Oder, noch schlimmer, “geil”. Heute keine große Sache mehr, seitdem wir es ständig in der Werbung serviert bekommen, aber damals … hach, ja, da konnte unsereins noch SCHOCKIEREN!

 

Dabei hat’s vor uns wahrscheinlich sogar schon der junge Schiller gebraucht, oder auch andere Dichter und Denker. Ist sehr gut möglich, auch wenn der Kontext vielleicht – VIELLEICHT! – ein anderer war. Aber das … ist wieder eine andere Geschichte.

 

Und jetzt muss ich los. Modernes Wörterbuch kaufen geh‘n. Oder vielleicht ‘ne Bravo …?

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